Dienstag, 14. Juli 2009

Joaa

Eigentlich wollte ich das alles schon gestern schreiben, aber irgendwie war das Internet tot und nach einer halben Stunde warten im Internetcafé hatte ich genug… Solche Probleme sind in Indien aber alltäglich…

Naja, am Freitag mussten wir nicht in die Schule, weil wir von AFS in Zusammenarbeit mit einer anderen NGO im Rahmen einer Umweltschutzaktion in einem kleinen Park in Neu Delhi Bäume pflanzen waren. Bei den hohen Temperaturen und vor allem der hohen Luftfeuchtigkeit war das trotz kurzer Schauer natürlich extrem schweißtreibend.

Danach sind wir gemeinsam mit den anderen AFSlern (also einheimische volunteers und Schüler bzw. Freiwillige aus aller Welt) ein bisschen auf Sightseeingtour durch Neu Delhi gegangen. Zuerst sind wir zum Humayun-Mausoleum, in dem ich als foreigner mit 250Rs mal gut und gerne den 25fachen Eintrittspreis der Einheimischen zahlen durfte. Das Humayun-Mausoleum ist quasi der Vorgänger des Taj Mahal – nur in kleiner und aus rotem Sandstein statt aus weißem Marmor.

Nach einem leckeren chinesischen Mittagessen, zu dem geschmecktes 300 Jahre altes, modriges Wasser serviert wurde, sind wir zum Connaught Place gefahren. Der Connaught Place ist Stadtzentrum, Verkehrsknotenpunkt und Einkaufszone und macht der Bezeichnung Neu Delhis als „Gartenstadt mit breiten Prachtstraßen“ nach anfänglichen Verwirrungen schließlich doch noch alle Ehre.

Anschließend sind wir zum Bangla Sahib Gurudwara – einem riesigen Sikh Tempel, bei dem aber Besucher jeglicher Konfessionen wilkommen sind. In einem Teil der riesigen Tempelanlage wird täglich für 10.000 Gäste umsonst Essen ausgeschenkt. Dieses wird von Freiwilligen zubereitet und auch wir haben ein bisschen mitgeholfen.

Am Samstag sind Immanuel und ich ein bisschen auf eigene Faust losgezogen. Zuerst waren wir in unserm Distrikt ein bisschen einkaufen, sind dann aber mit dem Bus zum Connaught Place. Dort haben wir uns mit Abhinav, einem Freund und AFS-Freiwilligen, getroffen. Unter anderem haben wir uns ein Set „traditionelle“ indische Kleidung gekauft, nämlich jeweils eine Curta und einen Pyjama (= in Indien kein Schlafanzug). Wenn ich die Kleidung mal zu einem passenden Anlass tragen werde, mach ich ein Foto und lade es hoch.

Mein Sonntag hatte mal ziemlich heimatliche Züge: über Nacht und Tag verteilt muss ich wohl mindestens 13h geschlafen haben. Irgendwie gings mir aber auch einfach nicht gut, da mir das Klima (zumindest an dem Tag) doch noch etwas mehr schaffen gemacht hat als sonst. Die Woche war allgemein aber auch einfach richtig anstrengend…

Nachdem ich den ganzen Sonntag geschlafen und gegammelt hab, konnte ich natürlich Sonntagnacht nicht schlafen und war am Montag mal wieder extrem unausgeruht.

Montag war in der Schule der erste Tag, an dem die Schüler da waren und die ganze Schule war direkt mit viel mehr Leben gefüllt. Dennoch waren Immanuel und ich wieder den größten Teil des Tages mit Power Point beschäftigt.

Naja, gestern war ich dann im Special Wing, um mit den Kindern zu spielen – das war zumindest der Plan. Von Spielen war allerdings nicht wirklich die Rede, eigentlich stand ich die meiste Zeit eher dumm rum und konnte keine wirklich nützliche Hilfe sein. Das lag aber auch daran, dass ich nur bis 9:15 Uhr da war. Hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre ich mit einer Gruppe von Kindern schwimmen gegangen, was sicherlich noch wesentlich interessanter gewesen wär. Am Dienstag wurden aber alle AFS students und volunteers aus Delhi zur registration abgeholt. Im registration office angekommen stellte sich aber heraus, dass ich mich mit meinem Tourist Visa gar nicht registrieren muss. Also war ich komplett umsonst da und hab mir die Stunden unter anderem mit einem kleinen Nickerchen vertrieben.

Heute hat der Monsun endlich mal ein bisschen eingesetzt und es hat ein paar Stunden ziemlich stark geregnet. Das war nach gestrigen 44 Grad C. aber auch mal bitter nötig. Leider mussten wir beim Regen auch feststellen, dass das Dach im Bad nicht so wirklich dicht ist. Aber egal, ist ja zum Glück nur das Bad…

Heute war ich morgends wieder erst im Special Wing, wo meine Tätigkeiten sich aber wieder so ziemlich auf die eines stillen Beobachters beschränkten. Hemmnis ist im Moment vor allem die Sprache, weil ich bis auf ein paar Sätze und Zahlen einfach noch kein Hindi spreche und deswegen auch nichts von dem verstehe, was Kinder und Lehrer sagen, beten und singen.

Nachdem es gestern nicht geklappt hat, hab ich eine Gruppe von Schülern heute dann doch noch zum Schwimmen begleitet und war gar nicht so lange im Special Wing. Mit einer Mischung aus meinem gekrüppeltem Hindi, dem minimalem Englisch der Schüler und beidseitigem wilden Gestikulieren konnte ich mit dieser Gruppe zumindest halbwegs kommunizieren.

So, allgemein geht’s mir gut – viel mehr hab ich grade nicht zu sagen.

Dann noch mal wieder ein paar Bilder zur Illustration.


Bild 1: Ich beim Bäume pflanzen am Freitag.


Bild 2: Das Humayun-Mausoleum. Die gesamte Anlage ist aber noch wesentilch größer.


Bild 3: Eine Gärtnerin (oder so ähnlich) im Humayun-Mausoleum. Freundlich wank sie uns zu sich herüber, als sie sah, dass wir Kameras in der Hand hatten. Nach den Fotos mit ihr wollte sie dann plötzlich Geld, was wir aber gekonnt ignoriert haben. Hätten wir ihre Absicht von vornherein verstanden, hätten wir es natürlich gelassen, aber die anderen waren anscheinend genauso gutgläubig wie ich...


Bild 4: Der Bangla Sahib Gurudwara von außen. Auch hier ist die gesamte Anlage noch viel, viel größer.


Bild 5: Ein Teil der zur Tempelanlage gehörenden Küche. Wir machen Chapati, ein Brot, das hier eigentlich zu jeder Mahlzeit gehört.


Bild 6: Immanuel und unsere “Gastfamilie” am Essenstisch. Von links nach rechts: Immanuel, Clini Babu, Bini Babu und Mr Babu. Die jüngere Tochter Binju Babu fehlt leider gerade.

1 Kommentar:

  1. Gut, dass du bald die Sprache kannst.
    Hab grad deine Postkarte aus Haarlem in dem Buch gefunden.
    Bis bald :)

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