Donnerstag, 9. Juli 2009

Ein erstes Lebenszeichen von mir

Soo, mein erster Blogeintrag kommt doch ein bisschen später als erwartet.

Am Freitag bin ich gemeinsam mit Markus (einem anderen Freiwilligen) in Delhi gelandet. Wir wurden dann vom Flughafen abgeholt und sind mit dem Taxi in ein ziemlich luxuriöses Hotel, namens Ashok Country Resort, etwas abseits von Delhi gefahren. Die Taxifahrt war wie zu erwarten typisch indisch chaotisch, holperig, waghalsig und hupenreich, aber doch eher spaßig als schockierend.
Von Freitag bis Sonntag hatten wir dann mit allen AFSlern (also student exchange und volunteer service) im Resort Orientation, wobei es den ersten Tag eigentlich gar kein Programm gab, damit wir erstmal ganz langsam reinkommen konnten. Dafür war das Hotel auch super geeignet – vor allem damit sich unser Magen langsam an das Essen gewöhnen konnte. Bis heute hab ich übrigens keinerlei Probleme mit indischem Essen und Trinken gehabt… Die Orientation war allgemein ziemlich lustig und die indischen Teamer hatten ziemlich viel Spaß daran, all die falschen Fakten zu revidieren, die wir auf den Vorbereitungsseminaren in Deutschland gelernt haben. Am Samstag durften wir sogar zu einer religiösen Ritual eingeladen, bei dem Krishna verehrt wurde. Das war echt spannend, auch wenn wir alle keinen Plan hatten, worum es eigentlich geht und mir viele Vorgänge noch heute ein Rätsel sind und wohl auch immer bleiben werden. Trotzdem wurden wir ganz liebenswürdig in die eigentlich familieninterne Zeremonie aufgenommen. Unglaublich wie freundlich, hilfsbereit und Gastfreundlich die Inder allgemein sind.
Am Sonntagabend wurden Immanuel und ich dann zu unserem Appartment gebracht. Weil wir im Gegensatz zu den student exchange Leuten ja schon etwas älter sind (vor allem Immanuel mit seinen 25 Jahren), wollte uns AFS India etwas mehr Freiheit bieten. Deswegen wohnen wir nicht in einer Gastfamilie, sondern in einer Art Appartment. Wir essen zwar bei der Familie des Landlords nebenan, die übrigens supernett ist, haben aber einen seperaten Eingang. Die drei Zimmer Wohnung ist zwar klein und spartanisch, aber völlig ausreichend. Bisher gibt es leider nur ein Bett, das brüderlich geteilt wird (Bett = eine Holzplatte mit ein paar dünnen Decken drauf), wir werden aber wohl bald eine Luftmatratze kaufen.
Seit Montag gehen wir jeden morgen zur Akshay Pratishtan Schule, in der wir die nächsten 11 Monate arbeiten werden. Die Schule scheint echt super und vor allem mega vielfältig zu sein (http://akshaypratishthan.org/index.htm). Wir konnten unsere Präferenzen und Interessen angeben und werden demnach eingesetzt werden. Wöchentlich sollen wir dann ein Feedback über unsere Einsatzbereiche geben, um zu sagen, welche Arbeit uns gefallen hat und welche nicht. So wird seitens der Schule dafür gesorgt, dass nicht nur die Schule, sondern auch wir zufrieden sind. Die Schüler werden zwar erst ab nächsten Mittwoch kommen, seit Montag haben aber dennoch alle Angestellten zu kommen (aus Formalität sogar die, die eigentlich nichts zu tun haben). Teilweise hab ich das Gefühl, dass verzweifelt nach Arbeit gesucht wird: gestern haben wir zum Beispiel einem Vortrag über „how to teach English“ beigewohnt, zu der extra eine Referentin eingeladen wurde; gestern haben wir jede Menge Gesellschaftsspiele auf ihre Vollständigkeit überprüft und heute haben wir eine Power Point Slideshow über das Schuljahr 2007 / 2008 gemacht (was natürlich relativ schwer ist, wenn man dort nicht da war…). Auch wenn viele Angestellten eigentlich völlig umsonst kommen, hinterfragt das keiner und jeder nimmt es so hin und schmunzelt höchstens darüber – das muss wohl ein Teil der indischen Mentalität sein. Alle Leute schwärmen von der letzten AFS Freiwilligen Franziska, die anscheinend eine riesige Hilfe war. Mal gucken, ob auch wir einen solchen Eindruck hinterlassen werden können. Es ist aber super zu hören, dass wir keine Belastung oder überflüssige Arbeitskraft sind, sondern doch wirklich gebraucht werden und, dass die Leute dankbar für unsere Hilfe sind.

Beigefügt noch ein Paar wenige Bilder (falls das hochladen klappt...):


Bild 1: Ein Ausschnitt des Ashok Country Resorts


Bild 2: Orientation (ein besseres Gruppenfoto hab ich leider spontan nicht)


Bild 3: Sonnenuntergang in unserer Straße

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